Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung

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Was ist eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung (bBU)?

Eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Möglichkeit über den Arbeitgeber eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Genau wie bei der private Berufsunfähigkeitsversicherung wird eine vorher festgelegte monatliche Rente ausgezahlt, wenn der Arbeitnehmer zu 50 % nicht mehr in der Lage ist seinen aktuellen Beruf auszuüben.  Die Versicherung wird im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) als Direktversicherung abgeschlossen.

 

Und so funktioniert es:

 

In dieser Beispielrechnung wurden 100 EUR Entgelt umgewandelt zuzüglich 15 EUR Arbeitgeberzuschuss. Seite dem 01.01.2019 ist ein Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 % des Entgeltumwandlungsbetrages verpflichtend. Die Berechnung basiert auf einem Arbeitnehmer, geb. 01.01.1990, Steuerklasse 1, Bruttoeinkommen 3.000 EUR monatlich.

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Vorteile der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung

Steuer und Sozialversicherungsvorteile – Die Beiträge können im Rahmen der Entgeltumwandlung steuerlich gefördert werden. Zusätzlich werden Sozialabgaben gespart.

Arbeitgeberzuschuss – Der Arbeitgeber ist verpflichtet seine Sozialversicherungsersparnis an den Arbeitnehmer weiterzugeben. Deshalb muss jeder Arbeitgeber mindestens einen Zuschuss von 15 % des Umwandlungsbetrages zahlen. Voraussetzung ist, dass der Höchstbetrag (4 % der BBG) insgesamt nicht überschritten wird.

Kostenvorteil – Ggf. günstigere Beiträge durch Gruppenverträge im Vergleich zur privaten BU.

Erleichterte Gesundheitsprüfung – Falls sich mehrere Arbeitnehmer (mindestens 5 Personen) für eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden oder ein sog. Rahmenvertrag besteht, können reduzierte Gesundheitsfragen den Abschluss des Vertrages erleichtern.

 

Nachteile der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung

Gebunden an den Arbeitgeber – Bei einem Jobwechsel ist die Mitnahme des Vertrages nicht garantiert. Ggf. muss der Vertrag mit eigenen Beiträgen, also komplett aus dem Nettoeinkommen gezahlt werden.
Steuerliche Belastung im Leistungsfall – Während die Beiträge steuerlich gefördert sein können, muss die BU-Rente voll versteuert werden.

Sozialversicherungspflicht – Da die Beiträge in bestimmten Grenzen von der Sozialversicherung befreit sind, ist die Rentenzahlung sozialversicherungspflichtig.

Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber  –  Im Leistungsfall muss der Arbeitgeber die BU-Rente beantragen. Da meistens eine Phase der Krankheit vorausgeht, kann das Verhältnis zum Arbeitgeber gestört sein und die Beantragung der Leistung komplizierter machen. Aber wir unterstützen sie im Leistungsfall mit unserem speziellen Leistungsservice.

Überschussverwendung– In der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist es üblich, dass die Überschüsse als Beitragsverrechnung verwendet werden um den Beitrag reduzieren. Da die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen der Direktversicherung abgeschlossen wird, ist eine Beitragsverrechnung nicht zulässig. Stattdessen werden die Überschüsse zur Erhöhung der BU-Rente verwendet. Die versicherte Rente setzt sich somit aus einer garantierten Rente und einer Bonusrente zusammen. Die Bonusrentensätze der Versicherer sind aber in der Vergangenheit sehr stabil geblieben.

Kann ich die Berufsunfähigkeitsversicherung als Entgeltumwandlung verwenden?

Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung kann sowohl als Entgeltumwandlung als auch als reine arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung abgeschlossen werden. Mischformen, also Entgeltumwandlung + Arbeitgeberzuschuss sind ebenfalls möglich.

Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung für Grenzgänger

Die Berufsunfähigkeitsversicherung über den Arbeitgeber ist für Grenzgänger, also Personen die in Deutschland arbeiten und im Ausland wohnen, besonders interessant. Leistungen aus privaten Rentenversicherungen müssen bei Wohnsitz im Ausland sowieso komplett versteuert werden. Bei einem privaten Vertrag würden sowohl die Beiträge aus dem Nettoeinkommen finanziert, als auch die Leistungen versteuert. Da macht es schon Sinn zumindest die Beiträge aus dem Bruttoeinkommen zu finanzieren. Die Sozialversicherungspflicht der Rentenleistung fällt unter Umständen ebenfalls nicht an, da sie im Leistungsfall nicht mehr in Deutschland arbeiten und ggf. im Ausland sozialversichert sind. Da sollte aber mit den zuständigen ausländischen Sozialversicherungsbehörden abgeklärt werden. Hierzu empfehlen wir folgende Behörden für die Klärung:

Belgien: https://www.securex.be/de

Niederlande: https://www.svb.nl/de/

Frankreich: https://www.service-public.fr/

Wie wird eine betriebliche BU versteuert?

Die betriebliche BU wird komplett versteuert und nicht, wie bei der privaten BU, nur mit dem Ertragsanteil. Zusätzlich ist die Rente sozialversicherungspflichtig.

Fazit

Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine interessante Alternative zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, da durch die Steuer- und Sozialversicherungsersparnis und den Arbeitgeberzuschuss erheblich Beiträge gespart werden können. Dagegen kommt der Nachteil der Besteuerung und Verbeitragung nur zum Tragen, wenn tatsächlich der Leistungsfall eintritt und eine Rente gezahlt wird. Da die Mitnahme des Vertrages beim Arbeitgeberwechsel nicht garantiert ist, sollte das bestehende Arbeitsverhältnis möglichst auf Dauer bestehen.

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